Charme ist sein Geschäft. Er ist sehr intelligent und lernt gerne dazu. Seine Freunde nennen ihn Perro de Agua Español oder Perro. Der Spanische Wasserhund ist der richtige Hund für die sportliche Familie.

Spanischer Wasserhund: Alles über Fell und Größe

Perro verfügt über ein perfekt isoliertes Fell. Das benötigt er auch, um sich im kalten Wasser wohl zu fühlen. Um mit der Kälte gut klar zu kommen, besteht es aus einer doppelten Schicht und isolierender Unterwolle.

Das Fell des Spanischen Wasserhundes ist weiß, braun und schwarz. Dabei wechselt der Ton zwischen zwei und dreifarbigen Varianten.

Seine Widerristhöhe erreicht bei einem Körpergewicht von nur 20 Kilo fast 50 Zentimeter. Die Rüden sind größer als die Hündinnen, die auch zierlicher wirken. Der athletische und kräftige Körperbau ermöglicht ihm das Ziehen und Tragen von Menschen, die mit seiner Hilfe aus lebensbedrohlichen Situationen geborgen werden. Er kann dabei bis zu 100 Kilo bewegen. Das entspricht dem Fünffachen seines eignen Gewichts. Deshalb wird der Perro auch von den spanischen Rettungsmannschaften bei ihren internationalen Missionen erfolgreich eingesetzt.

Spanische Wasserhunde sind treue Freunde und Helfer. Sie stehen bei den Fischern in Andalusien hoch im Kurs. Dazu trägen sein dichtes Fell und sein sportlicher Körperbau bei. Doch wo kommt der Perro de Agua Español her?

Der Ursprung des spanischen Wasserhundes

Im 7. Jahrhundert nach Christus kamen die Mauren von Afrika über die Meeresenge von Gibraltar nach Spanien. Sie brachten auch ihre Schutz- und Nutztiere mit. Zu ihnen gehörte der Vorgänger des Perro de Agua Español, der die eingeführten Merinoschafe vor Wölfen und anderen Jägern schützte. Alternativ bezeichnete man ihn auch als Türkenhund. Um 1100 nach Christus wird der heutige Wasserhund das erste Mal schriftlich erwähnt. Sein ursprüngliches Zuhause ist die Sumpfregion des spanischen Flusses Guadalquivir.

Neben der Schaf- und Rinderzucht kam auch die Fischerei in den Genuss dieser ausgezeichneten Spanischen Wasserhunde. Sie entwickelten sich zunehmend zu Allroundern der Tierwelt, in dem sie Netze einholten, Vögel apportierten oder bei der Jagd Wild aufspürten.

Doch erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts begann man mit der anspruchsvollen Zucht des Perro de Agua Español. 1981 wurde der erste Spanische Wasserhund auf einer aussagefähigen Ausstellung in San Pedro Alcantara in der Nähe von Malaga vorgestellt. Die spanischen Hundeforscher gingen der Rasse der spanischen Wasserhunde endgültig auf den Grund. Achtzehn Jahre später nahm ihn der FCI in sein Register als eigenständige Hunderasse auf.

Hier wird er im Standard Nr. 336 und in der Gruppe 8 geführt. Die FCI oder Fédération Cynologique Internationale ist auch gleichzeitig die weltumspannende Organisation der Kynologie. Zurzeit sind 99 Staaten als Mitglieder- und Vertragspartner in das System eingebunden. Es gibt jedoch pro Land nur einen Verband als Ansprechpartner. Dieser stellt jeweils seine eignen Ahnentafeln für die spanischen Wasserhunde und andere Rassen auf.

Die Rassebeschreibung

Am Anfang steht das Alter. Der Spanische Wasserhund kann bei richtiger Haltung und im gesunden Zustand zwischen 12 und 15 Jahre alt werden. Um Enten problemlos aus dem Wasser zu apportieren, nimmt das ölige Fell kein Wasser auf. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Spanische Wasserhund nicht haart. Wer ihn als Wachhund wählt, erhält ein wachsames Tier, das nur bei einer wirklichen Gefahr bellt.

Der Spanische Wasserhund eignet sich auch für einfühlsame Aufgaben. So wird er als Begleit- und Therapiehund eingesetzt. Seine körperliche Kraft, die er mit seinem relativ leichten Gewicht verbindet, macht ihn zum idealen Begleiter bei Rettungseinsätzen. Er kann das sechsfache seines eigenen Körpergewichts tragen. Dazu kommen seine Schwimm- und Tauchfähigkeit. So erspäht er auch Menschen, die sich unterhalb der Wasseroberfläche befinden.

Sein Wesen und Charakter

Der Perro ist verspielt. Er benötigt von seinem Halter viel Zärtlichkeit. Auch das Spiel ist sehr wichtig. Aufgrund seiner hohen Intelligenz nimmt er viele Befehle auf, die er im Anschluss im Sinn des Halters umsetzt. Mit der Zuwendung wächst auch die Bindung an den Besitzer, der für seine Hingabe rasch belohnt wird.

Gehören Kinder zum Haushalt, dann freundet sich der Spanische Wasserhund schnell mit ihnen an. Der Besitzer oder Halter bleibt dabei immer der Rudelführer, an dem sich der Vierbeiner ausrichtet. Gibt es weitere Haustiere im gemeinsamen Haushalt, dann bemüht er sich sofort um ein harmonisches Beisammensein. Nur bei Katzen braucht der Hund seine Eingewöhnungsphasen. Das hängt mit seiner Geschichte als Apportierhund und dem angeborenen Jagdtrieb zusammen.

Seine Aufmerksamkeit und gute Auffassungsgabe teilt er gerne mit seinen ebenfalls tierischen Kameraden. Neben seinen zahlreichen Beschäftigungen, die möglichst immer mit seinem Herrn stattfinden sollten, gibt es auch Ruhezeiten. Ein bequemer Hundekorb bietet sich für seine Entspannungs- und Schlafphase an. Diese benötigt er nach den temperamentvollen Spiel- und Lernabschnitten.

Spanischer Wasserhund für Anfänger

Auch für den unerfahrenen Besitzer ist die Erziehung eines Perro de Agua Español relativ einfach. Sein Hund muss wissen, mit welchen Konsequenzen er rechnen muss, wenn er die ihm gesetzten Grenzen überschreitet. Gleich am Anfang steht die Welpenspielstunde auf dem Plan. An dieser Stelle führt die Suche am besten über den nächsten Club, der die gleiche Rasse favorisiert oder für alle offen steht. Hier erlernt der Perro den Umgang mit anderen Hunden und seine ersten Befehle. Danach geht es zur Hundeschule. Sie wird eventuell vom gleichen Verein angeboten.
Der Spanische Wasserhund freut sich immer über bewegungsfreudige Hundesportarten. Dazu zählen beispielsweise Agility, Flyball und Dogdancing. Nicht jeder mag alle Varianten. Deshalb probiert der erfahrene Besitzer verschiedene Möglichkeiten mit seinem Hund aus. Das letzte Wort sollte jedoch der Perro haben.

Vor allem beim Schwimmen fühlt sich der Perro de Agua Español wohl. Hier ist er in seinem Element. Aus diesem Grund darf sich beispielsweise ein See oder großer Teich in der Umgebung befinden. Eine vorzügliche Kombination besteht aus einer Radtour und einem Schwimmbad.
In der Wohnung und im Garten liegen und stehen unterschiedliche Spielzeuge, die seine Intelligenz fordern und fördern. Zuerst wird die Neugierde des Tieres geweckt. Nach dem Spiel wartet ein Leckerli.

Wie gestaltet sich die Haltung?

Das lange Fell des Perro sollte in bestimmten Abständen geschoren werden. Das kann mit Hilfe einer guten Schermaschine erfolgen. Es gibt jedoch auch Pflegestudios für Haustiere. Die Mitarbeiter verfügen über die notwendigen Ausbildungen und die technischen Ausstattungen. Während der Behandlung ist der Halter jedoch anwesend und hilft tatkräftig mit. Er hält seinen Hund fest und wirkt beruhigend auf ihn ein, während der Profi die Schönheitspflege übernimmt.

Außerdem lassen sich beim Kraulen beispielsweise kleine Zweige problemlos entfernen. Soll das Fell lieber wachsen, bringt man die entstehenden Schnüre per Hand in Form. Die Reinigung der Ohren und das Schneiden der Krallen übernimmt am besten der Tierarzt oder das Pflegestudio.

Spanischer Wasserhund gilt als geeignet für Allergiker

Da er nicht haart, besteht die Chance, dass sich Hundefreunde mit dieser Einschränkung endlich für einen Hund entscheiden. Bevor der vorbelastete Patient seinen Perro de Agua Español in die Arme schließt, sollte ein ärztlicher Test durchgeführt werden. Einige Hundehaare genügen für gewöhnlich, um ein verbindliches Gutachten zu erstellen. Ein gewissenhafter Züchter wird in einem solchen Fall erst das ärztliche Attest abwarten, bevor er seinen Perro de Agua Español Welpen an den neuen Besitzer übergibt.
Mit einer optimalen Haltung sollte auch ein großer Garten verbunden sein. Der Perro kann sich zwar auch in einer Wohnung wohlfühlen. Jedoch bietet diese ihm nicht die Möglichkeiten zum ungestörten Herumtoben an. Er ist auch ein sehr beliebter Begleithund für Reiter.

Wie erfolgt die artgerechte Ernährung?

Fleisch gehört zu seiner Hauptspeise. Diese sollte jedoch nach den bewegungsreichen Spaziergängen folgen. Wird das Futter vorher gegeben, kann es bei schwungvollen Bewegungen und Drehungen zu der gefährlichen Magendrehung kommen. Tritt sie auf, kann nur der schnelle Einsatz eines Tierarztes helfen. Sonst besteht akute Lebensgefahr.

Der Perro muss seine Nahrung so bekommen, dass sie seinem individuellen Energiebedarf entspricht. Welpen benötigen weniger als Tiere im besten Alter. Mit fortschreitenden Jahren benötigt er weniger. Die optimale Ausrichtung sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Deshalb muss der Eigentümer oder der Tierarzt den Spanischen Wasserhund wiegen.

Jeder Hund hat eine Vorliebe für Leckereien. Diese werden speziell für Hunde konzipiert und enthalten nur tierfreundliche Substanzen. Gönnt ihm der Besitzer solche Snacks, dann muss er diese Kalorien in die tägliche Fütterung einbeziehen.

Arten von Futter für den spanischen Wasserhund

Die Nahrung kann dem Perro de Agua Español jeweils auf drei verschiedene Arten gegeben werden. Es gibt Trocken- oder Nassfutter. Beide Varianten lassen sich auch verbinden. Diese Arten können auch nacheinander verfüttert werden. Auf keinen Fall dürfen Getreidesorten Bestandteil der Versorgung werden.
Um das Leben des spanischen Wasserhundes zu verlängern, darf auf keinen Fall Zucker verfüttert werden. Zucker enthält keinerlei gesunde Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralstoffe. Der Zucker wird nur in Fett umgesetzt, das erhebliche Probleme mit sich bringt. Das Fett erhöht nur das Gewicht, reduziert die Beweglichkeit und belastet das Herz und den Kreislauf. Dazu kommt die Gefahr von Diabetes, die mit Folgeerkrankungen verbunden sein kann. Fehlende Vitamine führen zu Mangelerscheinungen und schwächen das Immunsystem. Letztlich bildet sich Karies und schädigt nachträglich die Zähne.

Der spanische Wasserhund benötigt stets frisches Wasser. Zu jeder Zeit sollten mehrere Wassernäpfe im Haus oder in der Wohnung zur Verfügung stehen. Im Sommer kann der Perro so seinen Durst in jedem Raum stillen, ohne längere Wege zurückzulegen.

Sind längere Touren mit dem Perro de Agua Español geplant, dann sollten sie auf keinen Fall bei sommerlichen Temperaturen stattfinden. Steht eine solche Strecke während einer kühleren Phase auf dem Plan, führt der Besitzer mindestens eine Flasche Wasser mit. Dazu gehört ein Wassernapf, aus dem sich der Hund bei jeder Pause gut versorgen kann. Diese Pause ist ein Muss.

Welche Krankheiten kann der Spanische Wasserhund bekommen?

Grundsätzlich ist der Perro robust und gesund. Dazu trägt auch der Züchter bei. Er prüft bereits bei den potentiellen Eltern nach, ob Erbkrankheiten vorliegen. Ein Problem ist der kleine Genpool, der sich aus der sehr jungen Rasse ergibt. Habt ein Elternpaar der vorgesehenen Tiere bereits eine Hüftdysplasie, kommt dieses Exemplar nicht mehr für die Zucht in Frage.
Der Gentest auf progressive Retina Atrophie oder PRA ist wichtig, um eine zukünftige Blindheit auszuschließen. Diese Erkrankung tritt bei den spanischen Wasserhunden in den ersten Monaten jeweils nach der Geburt auf. Auch online lassen sich solche Gentests für den spanischen Wasserhund bestellen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Portugiesischem, Italienischem und Spanischem Wasserhund?

Der Spanische Wasserhund hat zwei Mitspieler. Einer lebt in Italien, der andere entwickelte sich in Portugal. Sie alle vereinigt die Vorliebe für das Wasser, dem sie ihren Namen als auch ihren Hauptwirkungskreis verdanken.

Spanischer Wasserhund als großer Bruder des Italienischen

Als kleinster Vertreter ist der italienische Wasserhund nur 41 cm groß. Sein Gewicht beträgt dafür jedoch auch nur 11 bis 16 Kilo, jeweils in Abhängigkeit zum Alter und Geschlecht. Trotz dieser Merkmale ist er im Verhältnis zum spanischen Wasserhund genauso kräftig und robust gebaut.
Im Vergleich zu den Spanischen Wasserhunden eignen sich die kleinen italienischen Vettern nur bedingt für anspruchsvolle Rettungseinsätze. Für viele Fachleute ist er außerdem zwischen einem kleinen und mittleren Pudel angesiedelt.

Im Gegensatz zum Portugiesischen Wasserhund ist der italienische sehr freundlich. Er besitzt auch keinen Jagdtrieb. Deshalb kommt er mit seinem Besitzer und dessen Haustieren sehr gut aus. Auch für Kinder ist er ein besonderer Spielkamerad. Außerdem verträgt sich der Italienische Wasserhund mit Katzen. Während der Portugiesische und Spanische Wasserhund viel Bewegung benötigen, lässt es der Italiener ruhiger angehen.

Aufgrund der großen Population kommt es beim italienischen Hund selten zu Erbkrankheiten. Wer sich an einen verantwortungsbewussten Club und Züchter wendet, reduziert auch das Risiko von Hüftdesplasien. Denn dieser nimmt als Verantwortlicher nur gesunde Vertreter in seine Zucht auf. Ähnliche Verfahren sind bei den spanischen Wasserhunden üblich.

Spanischer Wasserhund als kleiner Bruder des portugiesischen Wasserhundes.

Anders verhält es sich mit dem Portugiesischen Wasserhund. Er ist nicht nur mit seinen fast 60 Zentimetern ein Stück größer und mindestens 5 Kilo schwerer als sein spanischer Bruder; seine Wesenszüge sind auch aggressiver. Außerdem geht seine Zucht auf eine kleine Population von ungefähr fünfzig Tieren zurück, sodass auch Verwandte mit einander gekreuzt werden mussten.

Die Anschaffung und Haltung des Portugiesischen Wasserhundes ist – im Gegensatz zum Spanischen Wasserhund – sehr zeitaufwendig. Sie erfordert ein hohes Einfühlungsvermögen, da er über ein starkes und ausdrucksvolles Temperament verfügt. Außerdem ist er eigenwillig und benötigt eine sehr konsequente Erziehung.

Deshalb ist es für ihn – und seinen Halter – sehr wichtig, dass die aufgestellten Regeln stets eingehalten werden. Sie dienen als Richtschnur und werden beim Besuch der Welpen- und Hundeschule ausgebaut und eingeübt. Überflüssige Härte, die vom Hund als Zeichen der Unsicherheit gewertet wird, kann sich negativ auf das Verhältnis zwischen Rudelführer und Vierbeiner auswirken. An dieser Stelle ist der spanische Wasserhund genügsamer.

Aufgrund der geringen Ausgangspopulation ist der portugiesische Wasserhund anfälliger gegenüber Erbkrankheiten. Einige Züchter greifen regelmäßig auf Gentests zurück, um schon bei der Auswahl der Eltern spezielle Risiken auszuschließen. Ein Problem kann sich durch die progressive Retina Atrophie – oder Blindheit ergeben. Daneben kommen Hüftgelenksdysplasien oder Herzerkrankungen vor. Zu ihnen gehört auch die Juvenile Dilatative Cardiomyopathie.