Ruhige Hunderassen lassen sich unter sämtlichen Hunden finden. Es ist unumstritten, dass der persönliche Charakter eines Hundes und dessen Erziehung an seinem Auftreten beteiligt sind. Doch nicht nur das Aussehen, sondern auch das Verhalten einer Hunderasse wird durch den Rassestandard definiert. Die jeweilige Hunderasse mit ihren typischen Eigenschaften gibt bereits Aufschluss darüber, welche Verhaltensweisen der Hund wahrscheinlich zeigen wird.

Was bedeutet ‚ruhig‘ beim Hund?

Doch was sind ‚ruhige Hunderassen‚? ‚Ruhig‘ sollte nicht mit ‚leise‘ gleichgesetzt werden. Per definitionem bedeutet ‚ruhig‘ soviel wie ‚besonnen‘, ‚beherrscht‘ und ‚geruhsam‘. Ruhige Hunderassen zeichnen sich durch ein bedächtiges Temperament aus. Ihr Energielevel im täglichen Umgang ist nicht sonderlich hoch. Selbstredend ist, dass ruhige Vertreter unter den Hunderassen keine sogenannten ‚Kläffer‘ sind.

Passt ein ruhiger Hund zu mir?

ruhige Hunderasse

Ruhige Hunderassen sind nicht automatisch einfacher im Umgang. Hund und Herrchen bilden idealerweise ein Team. Möchtest Du eher einen besonnenen Hund oder lieber den allzeit aktiven ‚Flummi‘? Eine Hunderasse sollte nach ihrem rassetypischen Verhalten ausgesucht werden. Eine Hunderasse muss zu Dir passen.

Die zehn Gruppen des FCI

Der FCI (Fédération Cynologique Internationale) beschreibt Rassestandards, die das Aussehen und Vehalten der verschiedenen Hunderassen festlegen. Hunderassen werden beim FCI in zehn Gruppen eingeteilt. Anhand der Zuteilung ist ersichtlich, dass Hunderassen zu verschiedenen Zwecken gezüchtet werden.

Der Saluki, ein ‚ruhiger Vertreter‘ mit besonderen Bedürfnissen

Der Saluki beispielsweise gehört zur Gruppe 10 des FCI, den Windhunden. Diese Hunderasse ist im Haus ein sehr ruhiger Vertreter. Dennoch musst Du wissen, dass der Saluki ein Sichtjäger mit großem Auslaufbedarf ist. Der Jagdtrieb des Salukis ist schwer kontrollierbar und um das Tier körperlich auszulasten, sind Windhundrennen geeignet. So kann der Saluki mit dem Wind fliegen, ohne unters Auto zu kommen. Anhand des Salukis wird hoffentlich deutlich, dass auch die eine oder andere ‚ruhige Hunderasse‘ spezielle Bedürfnisse hat. Die einzelnen Rassen haben viel zu bieten und eine tiefere Beschäftigung mit ihren typischen Verhaltensweisen ist lohnenswert.

Die einzelnen Gruppen des FCI

Für einen besseren Überblick und um die später genannten ruhigen Hundrassen leichter zuordnen zu können, folgt die Auflistung der einzelnen Hunderassen nach FCI-Systematik. Der VDH (Verein Deutscher Hundezüchter) ist dem FCI angeschlossen und für jede anerkannte Hunderasse existiert eine Rassebeschreibung.

  1. Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  2. Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  3. Terrier
  4. Dachshunde
  5. Spitze und Hunde vom Urtyp
  6. Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  7. Vorstehhunde
  8. Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
  9. Gesellschafts- und Begleithunde
  10. Windhunde

Auch ruhige Vertreter haben rassespezifischen Bedürfnisse

Ruhige Vetreter unter den Haushunden findest Du in allen FCI-Gruppen. Viele Hunderassen sind ursprünglich zur Jagd, zum Hüten, zum Wachen und zum Schutz gezüchtet wurden. Das rassespezifische Verhalten ist diesen Hunderassen noch heute zu eigen. Ein Jagdhund zeigt Jagdverhalten und ein Wachhund wacht. Hundeverhalten muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Ein Weimaraner ist kein Gesellschaftshund und Kaukasischer Owtscharka kein reines Knuddeltier. Mit anderen Worten, längst nicht jede Hunderasse ist ausgelastet, wenn sie ’nur‘ Begleithund sein darf. Das gleiche gilt für ‚ruhige Hunderassen‘. Sie haben ihre rassespezifischen Bedürfnisse.

Die Gemüter der Hunderassen im Überblick

Hüte- und Treibhunde sind von ruhigem Gemüt. Sie sind oft wachsam und territorial. Herdenschutzhunde fällen souverän eigene Entscheidungen. Oft verfügen sie über einen Schutztrieb. Trotz ihres ruhigen Charakters benötigt ihr Halter viel Hundeverstand. Pinscher und Schnauzer haben Temperament, ruhigere Vertreter sind die Molossoiden. Der kleinste Molosser ist der Mops. Terrier erfreuen sich großer Beliebtheit, doch zu den ruhigen Rassen gehören sie nicht, ebensowenig wie die Dachshunde. Anders sieht es bei den Spitzen und Hunden vom Urtyp aus. Einige ihrer Vertreter gelten als ruhige Mitgenossen, so der Eurasier.

Die folgenden Hunderassen gehören allesamt zu den Jagdhunden: Laufhunde, Schweißhunde, Vorstehhunde, Apportier-, Stöber-, und Wasserhunde sind aktive Jagdhunde unterschiedlichen Ausmaßes. Bei hundgerechter Beschäftigung dürfen einige Rassen wie der zu den Apportierhunden zählende Labrador Retriever als ruhig bezeichnet werden. Gesellschafts- und Begleithunde sind längst nicht alle ruhig. Ein besonnener Vertreter ist der Shih Tzu. Windhunde gelten bis auf wenige Ausnahmen als ruhig, wenn ihrem Laufbedürfnis Rechnung getragen wird. Damit ist nicht das Mitlaufen am Rad gemeint. Windhunde sind unter Sicht jagende, blitzschnelle Jagdhunde, welche im Haus ruhig sind und engen Kontakt zu ihrem Menschen pflegen.

Fünf ruhige Hunderassen im Portrait

Eurasier

Eurasier

Der Eurasier ist zwischen 48-60 cm groß, hat mittellanges, loses Grannenhaar und wiegt bis 32 kg. Der ruhige Eurasier entstand aus einer Kreuzung von Chow-Chow, Wolfsspitz und Samojede. Er schließt sich eng an seine Familie an und ist wachsam, ohne zu bellfreudig zu sein. Er hat eine hohe Reizschwelle und benimmt sich Fremden gegenüber meist reserviert.

Mops

Mops

Der kleine Molosser, welcher zu den Gesellschaftshunden gezählt wird, wiegt idealerweise unter 10 kg und bei einer Schulterhöhe von bis zu 30 cm. Laut Rassestandard ist viel Masse in kleinem Raum gewünscht (‚multum in parvo‘). Im täglichen Umgang ist er ruhig und ausgeglichen, dabei fröhlich und intelligent. Manch ein Mops zeigt einen gewissen Starrsinn. Der Mops ist ein verträglicher Hund.

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Labrador Retriever

Labrador

Der britische Apportierhund hat eine Widerristhöhe von bis zu 57 cm. Der Labrador Retriever hat ein sanftes Gemüt. Er ist kinderlieb, ohne jegliche Schärfe und arbeitsfreudig. Der ruhige Vertreter freut sich über ‚Arbeit‘ mit seinem rassetypischen ‚will to please‘.

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Shih Tzu

Der aus Tibet satmmende Shih Tzu gehört zur Gruppe der Gesellschaftshunde. Mit maximal 27 cm Widerristhöhe und nicht mehr als 7,5 kg Körpergewicht gehört der Shih Tzu zu den kleinen Rassen. Im Haus ist er ruhig, dabei fröhlich und oft eigenständig. Der Shih Tzu gilt als robust und mit seinem sonnigen Gemüt stößt er meist auch bei anderen Hunderassen auf Gegenliebe.

Deutsche Dogge

Deutsche Dogge

Die zu den Molossoiden gehörende Deutsche Dogge ist eine imposante Erscheinung. Rüden sollten laut VDH eine Widerristhöhe von mindestens 80 cm haben. Die als sanfte Riesen bekannten Hunde sind liebevoll und anhänglich ihrer Familie gegenüber und haben eine hohe Reizschwelle. Dennoch eigent sich die Dogge nicht für jeden Hundehalter und ihre Größe und Kraft sollte bedacht werden.

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Auf jeden Topf passt ein Deckel

Es gibt einige ruhige Hunderassen, doch jede hat ihre rassespezifischen Eigenheiten. Welche Hunderasse zu Dir passt, hängt von Deinem Wesen und Deinen Vorstellungen ab.

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