Hunderassen – Alles Wissenswerte auf einem Blick

Im Laufe der Jahrtausende ist eine große Anzahl verschiedener Hunderassen entstanden. Um den für die eigenen Lebensumstände passenden Hund zu finden, gilt es sich gut über die einzelnen Hunderassen zu informieren.

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Wie viele Hunderassen gibt es?

Schätzungen gehen von ungefähr 800 Hunderassen auf der ganzen Welt aus. Der weltgrößte Dachverband der Hunde, der FCI, erkennt derzeit 344 Hunderassen an. Für diese offiziell anerkannten Hunderassen wurden Rassestandards erstellt, die es bei der Zucht einzuhalten gilt. Außerdem müssen für eine Anerkennung durch den FCI mindestens 8 unterschiedliche Blutlinien vorhanden sein, damit ein möglichst großer Genpool für die Züchtung von gesunden Welpen zur Verfügung steht.

Welche Hunderassen haaren nicht?

Es gibt Hunderassen, die auf Grund ihrer Fellbeschaffenheit kaum oder so gut wie gar keine Haare verlieren. Grundsätzlich haaren Hunderassen mit einem rauhaarigen Fell (z. B. Schnauzer, Dackel) und mit gelocktem Fell (z. B. Pudel, Goldendoodle) weniger als z. B. Hunde, mit einem langen und doppelten Fell (z. B. Golden Retriever). Hunde mit sehr kurzen und Fell ohne Unterwolle verlieren ebenfalls Haare die mengenmäßig weniger sichtbar sind, beispielsweise Dobermann.

Welche Hunderasse eignet sich als Familienhund?

Grundsätzlich kann sich jede Hunderasse eignen. Wichtiger ist, dass der Hunde aus einer guten Zucht stammen und während der Sozialisationsphase als Welpe vieles und vor allem positives kennenlernt. Die Hunderasse sollte zu den eigenen Lebensumständen passen und der Hund sollte eine solide Erziehung genießen.

Grundsätzlich eignen sich nervenstarke Hunderassen ohne großen Jagd- oder Schutztrieb mit einem mittleren Temperament und einen hohen Interesse an menschlicher Interaktion („will top lease“). Häufig werden als familienfreundliche Hunde der Golden oder Labrador Retriever genannt.

Was ist der FCI?

Der FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist der größte weltweite kynologische Dachverband. Der Hauptsitz ist in Thuin, Belgien. Am 22. Mai 1911 wurde die FCI von Hundeverbänden aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gegründet. Es sind aktuell 99 Mitglieds –und Vertragspartnerländer. Diese verpflichtet sich, die Richtlinien und Standards der FCI einzuhalten. Die Überprüfung der Zwingerzuchtstätten, der einzelnen Würfe, die Ausbildung der Richter und Zuchtwarte und die Ausstellung der einzelnen Ahnentafeln übernimmt jedes Land selbst.

Alle FCI-Mitglieder führen standardisierte internationale Schönheitsausstellungen (CACIB), Jagdprüfungen (CACIT), internationale Arbeitsprüfungen für Gebrauchs- und Fährtenhunde, Mondioring und nordischer Stil, internationale Rennen und Coursings (CACIL), Dog Dancing (CACID) Wettbewerbe, Obedience (CACIOB) sowie internationale Prüfungen für Hirtenhunde, kurz CACITR, genannt durch.

Jeder Sieg und jede Platzierung der jeweiligen Hunde wird von der FCI dokumentiert und veröffentlicht. Sobald ein Hund besonders viele Anwartschaften erreicht hat, kann er von der FCI den Titel eines internationalen Champions innerhalb der erfolgreichen Kategorie, erhalten.

Die FCI teilt die einzelnen Hunderassen in 10 Gruppen ein:

  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
  • Gruppe 3: Terrier
  • Gruppe 4: Dachshunde
  • Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
  • Gruppe 7: Vorstehhunde
  • Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde
  • Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Gruppe 10: Windhunde

In jeder Gruppe wurden die Hunderassen zusammen aufgeführt, die einem ähnlichen Typ entsprechen bzw. verwandte Merkmale aufweisen.

Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde

Diese Gruppe umfasst Sektion 1, die Schäferhunde sowie die Sektion 2 die Treibhunde. Die Hüte- und Treibhunde gehören beide zu den Arbeitshunden, die einen hohen Arbeitswillen aufweisen. Sie kamen früher häufig beim Hüten und Treiben von Viehherden zum Einsatz. Alle 43 aufgeführte Hunderassen sind ausgesprochen intelligent und wachsam. Hütehunde treiben das Vieh ohne viel Gebell und sehr flink. Die Treibhunde hingegen bringen ihre Herden häufig mit lautem Gebell voran.

Zu den Hütehunden zählt der Dachverband z. B. Malinois und Deutscher Schäferhund. Den Treibhunden zugeordnet werden Australien Cattle Dog und Bouvier des Flandres.

Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde

Die Gruppe 2 unterteilt sich noch einmal in drei Sektionen. Sektion 1 umfasst alle Pinscher und Schnauzer, Sektion 2 umfasst Molosser und Sektion 3 umfasst die Schweizer Sennenhunde. Alle diese Hunderassen besitzen einen ausgeprägten Schutztrieb und viele auch einen entsprechenden Jagdtrieb. Sie gelten als nervenstark und besitzen eine hohe Wachsamkeit.

Viele dieser Rassen sind äußerst selbstbewusst und binden sich eng an ihre Menschen, eine sorgfältige Sozialisation und Erziehung ist daher notwendig. Bekannte Vertreter der Sektion 1 sind z. B. Dobermann oder Russischer Schwarzer Terrier. In der Sektion 2 sind vor allem große und kräftige Hunderassen, die häufig einen ausgeprägten Charakter aufweisen. Hierzu gehören der Deutsche Boxer, Dogo Argentino oder Bullmastiff.
Die Schweizer Sennenhunde der Sektion 3 umfassen den Großen Schweizer Sennenhund, den Berner Sennenhund, den Entbucher sowie den Appenzeller Sennenhund. Alle vier Vertreter dieser Sektion sind äußerst arbeitswillig und bewachen selbstständig Haus, Hof und Viehherden. Die beiden größeren Rassen wurden früher auch gerne als Zugtiere vor kleinen Karren gespannt.

Gruppe 3: Terrier

Zu dieser Gruppe gehören 34 Terrierrassen, die in vier Sektionen unterteilt werden. Die meisten Terrier besitzen einen ausgesprochenen großen Mut und viel Selbstbewusstsein. Sie sind in der Regel sehr intelligent und auf Grund ihrer großen Anhänglichkeit, Spielfreude und Treue zu ihren Besitzern, lassen sie sich entsprechend gut erziehen und erlernen kleine Tricks häufig mühelos. Viele Terrier wurden früher zur Fuchs- und Dachsjagd eingesetzt, obwohl sie von der Körpergröße meist kleiner als die Jagdobjekte waren, gingen sie furchtlos in die Bauten der Füchse und Dachse und trieben diese mit Mut und Entschlossenheit aus ihren unterirdischen Behausungen.

Sektion 1 umfasst alle hochbeinigen Terrier wie z. B. der Airdale Terrier, Foxterrier oder der Parson Russell Terrier. In der Sektion 2 finden sich die niederläufigen Terrier, beispielsweise der West Highland White Terrier und der Jack Russel Terrier. Die Sektion 3 umfasst die kräftigeren bullenartigen Terrier z. B. den Staffordshire Terrier oder den Bullterrier. In der vierten Sektion finden die besonders kleinen Terrierrassen ihren Zusammenschluss, z. B. Australien Silky Terrier oder der Yorkshire Terrier.

Gruppe 4: Dachshunde

In dieser Gruppe ist nur eine einzige Hunderasse vertreten, der Dackel. Dieser wird auch Teckel oder Dachshund genannt und besitzt drei unterschiedliche Fellvarianten. Ihn gibt es in kurzhaarig, langhaarig oder rauhaarig. Gemeinsam ist jedoch allen Fellarten ein besonders selbstbewusster und unabhängiger Charakter. Er besitzt einen großen Jagdtrieb und er ist berühmt für seine selbstständige, furchtlose und flinke Jagdweise. Der Dackel wird auch heute noch häufig für jagdliche Zwecke bei der Fuchs- und Dachsjagd eingesetzt. Er ist ausgesprochen intelligent und schließt sich seiner eigenen Familie eng an, so dass er auch ein toller Familienhund sein kann. Auf Grund seines starken Charakters, braucht ein Dackel eine liebevolle, aber auch konsequente Erziehung.

Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp

Die insgesamt 45 Hunderassen werden in sieben Sektionen unterteilt. Äußerlich gleichen sich diese Hunderassen durch einen runden Kopf mit spitzen Ohren und einer spitzen Nase und sehr dichtem Fell und einige alte Hunderassen erinnern mit ihrem Äußeren und Felleigenschaften stark an ihre nahen ursprünglichen Verwandten, den Wölfen.

Gemeinsame Charaktereigenschaften sind eine hohe Intelligenz, eine hohe Bereitschaft ihr Territorium zu verteidigen und viele Rassen halfen früher oder auch heute noch bei der Jagd, beim Hüten von Viehherden, oder als Schlittenhunde zum Transport von Menschen und Gütern. Einige der Rassen gelten auch als stark, unabhängig und sehr selbstständig, so dass man den Hunden durch eine erfahrene und gute Erziehung klar machen muss, dass er den Menschen durchaus für ein angenehmes Leben benötigt.

Die Sektion 1: Nordische Schlittenhunde, Sektion 2: Nordische Jagdhunde und Sektion 3: Nordische Wach- und Hütehunde, umfasst alle Hunderassen des nordischen Typs, aufgeteilt nach ihrer Verwendung durch den Menschen. Die Schlittenhunde umfassen die kräftigen Alaskan Malamutes, Siberian Huskys und die Samojeden. Die ausgekämmten Haare der Samojeden dienten auf Grund ihrer Weichheit auch häufig dazu, warme Kleidungsstücke herzustellen. Jagdliche nordische Hunderassen sind beispielsweise der Norwegische Lundehund und der Westsibirische Laika. Bekannte Wach- und Hütehunde sind der Islandhund und der Finnische Lapphund. Allen Hunderassen dieser Gruppe wird eine gewisse Kälteunempfindlichkeit nachgesagt.

Sektion 4 umfasst die Europäischen Spitze z. B. den Deutschen Spitz oder den Italienischen Volpino. Sektion 5 umfasst asiatische Spitze, hierzu gehören u. a. der Akita Inu oder der Chow Chow. Sektion 6 umfasst Hunde des Urtyps. Diese sind häufig auf Grund ihrer hervorragenden Augen und ihres hohen Geruchssinns sehr gut für die Jagd geeignet. Vertreter dieser Sektion sind Basenji und der Kanaan Hund. Sektion 7 führt Hunde des Urtyps mit jagdlichen Zwecken auf, beispielsweise den Portugiesischen Podengo oder den Taiwan Hund.

Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen

Diese Gruppe umfasst 69 Hunderassen, aufgeteilt in drei Sektionen. Diese Gruppe beinhaltet die meisten als Jagdhunde eingesetzten Rassen. Sektion 1 die Laufhunde dienten dazu das Wild vor die Flinte der Jäger zu hetzen, häufig in großen Hundemeuten oder über weite Strecken. Alle Hunderassen dieser Gruppe besitzen häufig einen großen Jagdtrieb, eine hohe Lauffreudigkeit und ein großes Grundinteresse an sozialer Interaktion mit anderen Hunden. Vertreter der Sektion 1, der Laufhunde sind der Bluthund und der Beagle. Sektion 2 umfasst die Schweisshunde, die auf Grund ihres ausgezeichneten Geruchssinns verletzten Wild aufstöbern, z. B. der Bayerische Gebirgsschweißhund. Sektion drei umfasst die verwandten Rassen beispielsweise der Dalmatiner und der Rhodesian Ridgeback.

Gruppe 7: Vorstehhunde

Den 36 Hunderassen dieser Gruppe ist eines gemeinsam: ihr hoher Arbeitswille. Sie stöbern das Wild auf, verharren vor der Beute bewegungslos anstatt es zu verfolgen. Diese Hunde brauchen eine jagdliche oder auch andere tägliche Aufgabe und Auslastung. Sie sind treue und intelligente Begleiter. Es gibt kontinentale (Sektion1), britische (Sektion2) und irische (Sektion 2) Vorstehhunde. Zur Sektion 1 zählen z. B. der Weimaraner, zur Sektion 2 zählt u. a. der Irish Red Setter.

Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde

Die 22 dazugehörigen Hunderassen teilen sich in drei Sektionen auf. Sektion 1 umfasst die Apportierhunde. Sie wurden gezüchtet um die erlegte Beute mit einem „weichen Maul“ dem Besitzer zu apportieren. Hierzu zählen z. B. Golden und Labrador Retriever. Die Sektion 2 umfasst die Stöberhunde, diese dienten dazu auf einem Gelände Wild aufzuscheuchen für den Jäger. Hierzu zählen der American Cocker Spaniel oder der English Cocker Spaniel. Sektion 3 umfasst die Wasserhunde, die vor allem im Wasser das Wild lokalisieren und aufscheuen (z. B. der Französische Wasserhund).

Den Hunden dieser Gruppe wird häufig ein freundliches und nervenstarkes Wesen nachgesagt, mit einem hohen „will top lease“. Sie gelten als sanftmütig, treu und geduldig und besitzen einen sehr guten Geruchssinn.

Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde

Diese Gruppe umfasst 11 Sektionen. Diese Hunde wurden vor allem als täglicher Begleiter des Menschen gezüchtet und besitzen häufig einen freundlichen und treuen Charakter. Ihnen wird eine hohe Intelligenz und sozialen Bindungsfähigkeit nachgesagt. Die 26 Hunderassen werden in folgende Sektionen eingeteilt:

  • Sektion 1: Bichons und verwandte Hunderassen
  • Sektion 2: Pudel
  • Sektion 3: kleine belgische Hunderassen
  • Sektion 4: Haarlose Hunderassen
  • Sektion 5: Tibetanische Hunderassen
  • Sektion 6: Chihuahueno
  • Sektion 7: Englische Gesellschaftsspaniel
  • Sektion 8: Japanische Spaniel und Pekinesen
  • Sektion 9: Kontinentaler Zwergspaniel und Russkiy Toy
  • Sektion 10: Kromfohrländer
  • Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde

Rassevertreter dieser Gruppe sind z. B. Boston Terrier, Malteser und Havaneser.

Gruppe 10: Windhunde

Diesen Hunderassen ist ein sehr schlanker Körperbau mit langen, flinken Beinen gemeinsam, was sie mit zu den schnellsten Tieren weltweit zählen lässt. Ihr ausdauernder Jagdtrieb und ihr hervorragender Sehsinn, lässt sie ihre Beute auch über lange Strecken sehr schnell jagen. Sie sind sehr intelligent, menschenbezogen und haben eine sehr hohen Bewegungsdrang. Sektion 1 umfasst alle langhaarigen oder befederten Windhunde z. B. den Afghanischen Windhund oder den Saluki. Sektion 2 umfasst die rauhaarigen Windhunde: z. B. Irischer Wolfshund und der Schottische Hirschhund. Die kurzhaarigen Rassen, beispielsweise der Greyhound werden in der Sektion 3 festgelegt.