Hilfe mein Hund hat Blut im Stuhl!

Sobald der Hund Blut im Stuhl aufweist, bricht für Hundebesitzer oftmals eine Welt zusammen. Dabei muss es sich jedoch nicht zwangsläufig um eine schwere Erkrankung handeln. Auch etliche Nahrungsmittel oder äußere Verletzungen an der Aftergegend verursachen diesen Umstand. Blut im Stuhl beinhalten zahlreiche Faktoren, die wir im nachfolgenden Artikel ausführlich erläutern.

Blutiger Stuhl – Farbe und Konsistenz

Woher stammt das Blut? Um dieser Frage nachzugehen, sollte das Blut genauer betrachtet werden, denn anhand der Farbgebung lässt sich bereits in groben Zügen dessen Ursprung ermitteln. Meist handelt es sich um den Verdauungstrakt von Magen über Dünn- bis Dickdarm. Helles, frisches Blut im Kot deutet auf Entzündungen in der Afterregion (Analdrüsen) oder im Dickdarm. Möglicherweise ist die Konsistenz des Hundekotes zu hart und es entstehen Rissbildungen und Entzündungen beim Pressen. Dunkler bis fast schwarzer Blutstuhl (Teerstuhl) weist auf Blutungen im Magen und Dünndarm und sollte keinesfalls ignoriert werden. Dunkles Blut im Stuhl ist oftmals auch als ein wichtiges Warnsignal für schwerwiegende Erkrankungen zu deuten! Auch blutige Schleimbeimengungen oder gar Durchfall sind möglich.

Prinzipiell gilt: Je tiefer, umso dunkler! Hellrotes Blut im Hundekot lässt eher auf oberflächliche Blutungen schließen. Handelt es sich jedoch um eine dunkle Kotfärbung, stammt das Blut aus tieferen Regionen. Bei einer Magenblutung reagiert das Blut mit der Magensäure. Der Blutfarbstoff wird in Hämatinchlorid umgewandelt, wodurch eine dunkle bis fast schwarze Färbung entsteht. Diese charakteristische Verfärbung wird auch als Teerstuhl bezeichnet.

Verwechslungen sind trotzdem möglich!

Verfärbter Stuhlgang muss nicht unbedingt auf Blut im Stuhl hinweisen. Zahlreiche Nahrungsmittel sondern während der Verdauung Farbe ab, die eine Rektalblutung vermuten lassen. So enthält Rote Beete den natürlichen Farbstoff Betanin, der den Stuhl rötlich färbt. Heidelbeeren wiederum sorgen für eine geringe Schwarzfärbung. Vorsicht! Alle pflanzlichen Futterbestandteile dürfen nur püriert verabreicht werden.

Blutiger Stuhl – auf Spurensuche!

Hunde entwickeln unterschiedliche Symptome, um auf ihr Unwohlsein aufmerksam zu machen. Bei einem stets lebhaften Vierbeiner, der plötzlich nur noch schlapp und müde im Körbchen sitzt, können Frauchen und Herrchen Hilfe leisten. Aber auch das Gegenteil ist der Fall! Der wilde Racker lässt keine Gelegenheit aus, um mit seinen Artgenossen nach Herzenslust zu tollen. Schnell entsorgt der vorbildliche Hundebesitzer die währenddessen abgesetzten Häufchen seines Lieblings. Dabei wäre ein kurzer Blick auf die Hinterlassenschaften vonnöten. Mitunter zeigen manche Fellnasen keinerlei Symptomatik oder Auffälligkeiten, die auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Im abgesetzten Hundekot lassen sich zahlreiche Faktoren erkennen. Befindet sich jedoch beim Hund Blut im Stuhl, müssen die Ausscheidungen genau betrachtet werden.

Folgende Fragen sind zu klären:

  • Welche Konsistenz weist der Hundekot auf?
  • Sind die Ausscheidungen mit blutigem Schleim überzogen?
  • Wurde die Ernährung umgestellt?
  • Handelt es sich um frisches, helles Blut oder liegt eine dunkle Färbung vor?

Ursachen bei Blut im Stuhl

Obwohl die Anwesenheit von Blut im Hundekot oftmals ein vorübergehendes Ereignis darstellt, kann das gehäufte Auftreten schnell zu Komplikationen führen. Kommt es im weiteren Verlauf zu Durchfall oder Schleimbeimengungen, muss sofort gehandelt werden!

Mögliche Krankheiten

  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Analdrüsenentzündung Perianalfistel, Perianalwunde
  • Dünndarmentzündung (Enteritis)
  • Würmer, Giardien, Parasiten
  • Tumore, Geschwüre
  • Prostatavergrößerung bei unkastrierten Rüden
  • Blutgerinnungsstörungen (Koagulopathie)
  • Verstopfung
  • Blockaden im Dickdarm oder Enddarm aufgrund von Frakturen im Beckenbereich
  • Invagination (Einstülpung eines Darmabschnittes)

Weitere Ursachen

Futtervergiftung

Hierbei handelt es sich selten um stark gewürzte, salzige Speisereste oder schimmeliges Futter, sondern vielmehr um verdorbene oder gar schon zersetzte Nahrungsabfälle und Tierkadaver, die der Hund unterwegs aufnimmt. Umstritten sind auch Gefäße aus Schwermetallen für die Futtergabe. Zink, Kupfer oder Blei können sich über einen längeren Zeitraum im Futter ablagern.

Fremdkörper

Leider ist es nicht vermeidbar, den vierbeinigen Liebling vor Fremdkörpern in Form von kleinen Knochenresten, Steinen, Holzsplitter oder Fischgräten zu schützen. Zu flink ist ihr Handeln und die gefährlichen Teile landen im Schlund des Tieres. Würgen und Erbrechen sind erste Anzeichen.

Gelangen die Teile in den Magen und Darm, können Entzündungen, Koliken und auch Darmblutungen entstehen.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Die medizinische Versorgung sollte an erster Stelle stehen. Wenn der Hund Blut im Stuhl hat, gibt es dennoch Möglichkeiten, die für den Vierbeiner eine gewisse Erleichterung bringen. Handelt es sich um ein kurzzeitiges, durch bestimmte Nahrungsmittel verursachtes Auftreten, finden folgende Hausmittel Anwendung:

Hausmittel – zu harter Kot

Durch die Gabe von einem Esslöffel Thunfischöl oder Sahne erlangt der Stuhl eine weichere Konsistenz.

Hausmittel – bei zusätzlichem Durchfall

Diät: je ein Drittel Reis, Geflügel und Hüttenkäse – ausreichende Flüssigkeitsaufnahme!

Tritt keine Besserung ein, solltest du sofort einen Tiermediziner aufsuchen!

Arztbesuch – Diagnose, Behandlung, Therapie

Die Art der Behandlung von blutigem Stuhl hängt in erster Linie von der jeweiligen Ursache ab, die jedoch nur ein Tierarzt klären kann. Auf jedem Fall solltest du einen Tierarzt aufsuchen, der zunächst eine Anamnese durchführt. Hierfür benötigt er Angaben zur Krankengeschichte, den Lebensgewohnheiten und vor allem auch zur aktuellen Ernährung des Vierbeiners. Meist kann der Arzt schon nach der sich anschließenden klinischen Untersuchung eine Diagnose stellen. In manchen Fällen können noch weitere Diagnosetests erfolgen wie Stuhltest, Ultraschalluntersuchung des Verdauungstraktes, Röntgenaufnahmen mit oder ohne Kontrastmittel sowie eine Rektoskopie (Mastdarmspiegelung).

Handelt es sich um Parasiten, die das Blut im Stuhl verursachen, werden Entwurmungsmedikamente verordnet. Bei Infektionen mit Bakterien und Viren stehen Antibiotika und antivirale Medikamente zur Verfügung. Momentan existiert noch kein wirksames Mittel, das die vollständige Zerstörung von Parvoviren gewährleistet. Aus diesem Grund wird die medikamentöse Behandlung durch Pflegemaßnahmen unterstützt. Eine regelmäßige Impfung ist daher umso wichtiger! Während der Genesungszeit braucht der kleine Seppl nun absolute Ruhe!

Fazit!

Aufmerksame Tierliebhaber sollten nicht nur bei Symptomen von blutigem Stuhl, sondern bei jeder Art von gesundheitlichen Störungen achtsam handeln und einen fachkundigen Tiermediziner aufsuchen. Dadurch ersparst du deinem Liebling enorm viel Leid und Schmerzen!