Wenn der Hund erbricht, sieht das oftmals gefährlicher aus, als es ist. In den meisten Fällen ist die Ursache harmlos, und es handelt sich nur um eine Reinigung von Magen und Darm. Tritt das Symptom jedoch häufiger oder über einen längeren Zeitraum auf und der Vierbeiner leidet, ist eine ernsthafte Erkrankung durch den Arzt auszuschließen. Welche Ursachen hinter dem Verhalten Deines Hundes stecken, wie Du damit umgehst und was zu tun ist, erfährst Du hier.

Was ist Erbrechen und wie verläuft es

Beim Erbrechen handelt es sich um eine reflexartige und meistens unfreiwillige Reaktion des Körpers. Ziel ist die Entleerung des Magen- oder Darminhaltes über Kehle und Mund. Bevor das Verhalten losgeht, senden Magen und andere Organe Signale an das Brechreizzentrum im Gehirn. Es kommt zu starkem Brechreiz und schließlich zum Erbrechen.

Diese Reaktion wird von mehreren Symptomen begleitet. Zuerst ist dem Hund schlecht, er zieht sich zurück, geht langsam und wirkt schlapp. Muss er Erbrechen, bleibt er stehen, hält das Maul geschlossen, legt die Ohren an, zieht den Schwanz ein und manche geben noch Winzellaute von sich. Des Weiteren zeigen Bauch und Zwerchfell starke Bewegungen. Der Hund beginnt zu Würgen, senkt den Kopf und leert schließlich seinen Magen- und/oder den Darminhalt aus. Der Vorgang ist für das Tier sehr anstrengend. Findet er häufig statt, kann es zu einem hohen Wasserverlust kommen. Die Folge ist eine sogenannte Dehydrieren. Dabei beginnt der Körper auszutrocknen und die Organe versagen. Vor allem Welpen neigen zum spontanen Erbrechen. Handelt es sich dabei um ein hartnäckiges Symptom, kann dies für einen jungen Hund rasch lebensbedrohlich sein.

Was sind die Ursachen wenn der Hund erbricht?

Wenn der Hund erbricht, sind akute oder chronische Ursachen die Auslöser. In jedem Fall, geht es ihm nicht gut und er wirkt beunruhigt und nervös. Hat das Übergeben geklappt und das Tier durfte sich ausruhen, geht es ihm in der Regel rasch besser und er ist bald wieder der Alte.

Übergibt sich der Vierbeiner jedoch des Öfteren und er wirkt apathisch und traurig, steht der Verdacht eines chronischen Leidens im Raum. Eine fachliche Behandlung ist unausweichlich. Bleibt diese aus, kann sich ein vielleicht harmloses Symptom deutlich verschlimmern. Es kann sich zu einem Leber- oder Nierenversagen ausweiten und im schlechtesten Fall zum Tode führen.

Akute Ursachen erkennen

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Ein akutes Erbrechen ereignet sich meistens unvorhergesehen und spontan. Eine Möglichkeit ist, dass das Fressen des Hundes zu kalt war oder er es zu rasch und schlecht zerkaut heruntergeschlungen hat. Häufig kommt es vor, dass er Gras, Holz oder Knochen aufgenommen hat und der Magen dies nicht oder nur langsam verdauen kann. Demzufolge stellt der Magen übermäßig viel Verdauungsflüssigkeit her und der Hund muss sich übergeben. Schaust Du das Erbrochene genau an, erkennst Du unverdaute Grashalme, Holz- oder Knochenstücke. Ebenso haben Fremdkörper wie beispielsweise Teile von einem Gegenstand nichts im Tierkörper zu suchen. Diese können die Magen- oder Darmwand schädigen und Entzündungen hervorrufen.

Ebenfalls Vorsicht ist geboten, wenn der Hund etwas Verdorbenes oder Giftiges gefressen oder aufgeleckt hat. Unverträgliche Substanzen schädigen den Organismus und führen zu ernsthaften Erkrankungen bis zum Tod.

Es gibt aber auch andere Ursachen, die dem Tier schaden. So können zu viel Hitze, ein Sonnenstich, Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine allergische Reaktion die Verdauung beeinflussen. Möglich ist auch, dass Dein Vierbeiner einfach das Fahren mit Auto, Bahn und Flugzeug nicht verträgt. Die Auswirkungen sind eine harmlose Gleichgewichtsstörung und starke Übelkeit.

Was du bei Hitze beachten musst und wie du deinem Hund helfen kannst

Doch nicht immer stecken körperliche Gründe hinter dem Erbrechen. Manche sensible Vierbeiner drücken ein seelisches Ungleichgewicht mit dem Verhalten aus. Verantwortlich dafür sind Stress, Nervosität, Isolation und Angst.

Chronische Ursachen ergründen

Eine häufige Ursache, wenn der Hund erbricht, ist der Befall von Parasiten. Arten von Haken-, Band-, Herz- oder Spulwürmer breiten sich in Magen und Darm aus und verursachen Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Juckreiz um den Anus. Sind Giardien zu Besuch, siedeln sich die einzelligen Bakterien im Dünndarm an und sorgen für starkes Erbrechen und andauernden Durchfall.

Andere Leiden können ein Tumor, Diabetes Mellitus, eine Erkrankung von Magen, Herze, Leber, Nieren oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sein. Ebenfalls möglich sind gefährliche Infektionskrankheiten wie Parvovirose, Staupe, Leishmaniose und Leptospirose.

Was zu tun ist wenn der Hund erbricht – Hilfe und Tipps

Erste Gebot ist die Ruhe bewahren! Wichtig ist, den Hund zu beobachten und zu überlegen, was er gefressen hat, ob er etwas „Verbotenes“ aufgenommen hat oder was sonst die Ursache sein könnte.

Wichtige Hinweise gibt das genaue Betrachten des Erbrochenen. Sieht es neutral aus oder ist es stark schleimig? Ist die Farbe grün oder gelb oder ist Blut vorhanden? Ist Geruch neutral oder streng? Achtung – ungewöhnliche Erscheinungen weisen auf ist Vergiftungen, Entzündungen oder Verletzungen hin und das Leben des Hundes könnte bedroht sein.

Gefährlich sind auch Teile von Gegenständen, beispielsweise von Spielzeug. Scheint sich im Auswurf etwas zu bewegen, liegt ein Befall von Parasiten nahe. Wirft der Hund Kot aus, lässt das auf einen Darmverschluss schließen. Andere Alarmzeichen sind zittern, schnelles Atmen, Schmerzen, Koordinationsschwierigkeiten, Verhaltensänderungen und wenn der Hund mehrfach täglich oder mehrmals in der Woche erbricht. In solchen Fällen solltest Du mit Deinem tierischen Freund umgehend den Arzt konsultieren.

Mein Hund hat Blut im Stuhl

Fällt Dir auf, dass Dein Hund nach dem Fressen erbricht, könnte eine allergische Reaktion der Grund sein. In diesem Fall hilft oftmals schon eine Umstellung auf hypoallergenes Futter. Ratsam ist dabei ein langsamer Futterwechsel. Das gelingt, wenn dem gängigen Fressen täglich mehr vom neuen Futter dazugegeben wird. Am Ende befindet sich nur noch das neue Futter im Napf.

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Bei einer akuten Magenverstimmungen ist Abstinenz hilfreich und der Hund frisst mal einen Tag nicht. Die Einhaltung einer Fastenzeit von 24 Stunden kann schon das Erbrechen stoppen und den Magen und Darm beruhigen. Ebenfalls gut, ist die Gabe von Schonkost für 2-3 Tage. Ideal ist gedämpfter Reis mit vollkommen durch gegartem Huhn. Das Fressen muss klein geschnitten sein. Sollen natürliche Nahrungsergänzungsmittel ins Futter, gibt es das Passende im Handel zu kaufen. Wichtig ist, dass der Hund ausreichend trinkt und immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung steht.

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Kommt es häufig vor, dass der Hund erbricht, muss der Tierarzt die Ursache feststellen. Durch Abtasten, Fieber messen, Blut- oder Kotuntersuchung, Magen- und Darmspiegelung und anhand von Ultraschall oder Röntgen stellt er das Leiden fest. Bei manchen Hunden und vor allem bei Welpen und älteren Jahrgängen besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren.

Ist keine Verbesserung der Übelkeit in Sicht, hilft nur noch der Gang zum Tierarzt. Eine Behandlung zum Wohle des Hundes und nicht zuletzt auch zu Deinem Wohle ist unverzichtbar. Neben schweren Erkrankungen sind es die Infektionskrankheiten, die es zu heilen gilt. Sind die Krankheiten ansteckend, ist der Befall anderer Tiere zu verhindern. Eine regelmäßige Wurmkur beugt Parasiten vor.

Um die Ursachen für das seelische Ungleichgewicht zu ergründen und abzustellen, beobachtest Du den eigenen Umgang mit dem Hund und den seinen mit anderen Tieren. Hilfe geben ein kompetenter Hundecoach und kompetente Hundeschulen.

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