Entgegen vieler Behauptungen ist ein altdeutscher Mops keine andere Rasse als der allseits bekannte Mops, sondern einfach ein anderer Typ Mops.

Der allgemein bekannte Mops wurde über viele Jahrzehnte zu seinem jetzigen Aussehen gezüchtet. Ziel bei dieser Zucht war es, den Hund immer süßer und niedlicher zu züchten – mit einem platten Gesicht, großen Kulleraugen und einem sehr kurzen und kompakten Körper. Mit dieser gezielten Zucht wurden jedoch das Nasen- und Oberkieferbein des Hundes sowie der gesamte Fang immer mehr verkürzt. Die innenliegenden Weich- und Knorpelteile im Hals- und Rachenbereich wurden dabei jedoch nicht kleiner. Das führte bei vielen Möpsen zu extremer Atemnot und verschiedenen Erkrankungen. Auch die großen, hervorstehenden Augen sind dadurch mittlerweile sehr verletzungsgefährdet und krankheitsanfällig.

Mit dem altdeutschen Mops wird nun seit einiger Zeit wieder zurück zu der Ursprungsform des Mopses in Deutschland aus den 50 und 60er Jahren gezüchtet. Diese Mopsform war damals wesentlich sportlicher und gesünder als der heutige Mops.

Im Gegensatz zum Retromops ist der altdeutsche Mops reinrassig. Es werden einfach die Möpse weiter verpaart, die längere Schnauzen und Beine sowie innenliegendere Augen aufweisen und allgemein sportlicher und agiler gebaut sind.

Allgemeines Erscheinungsbild

altdeutscher mops

Foto: Nadine Stötzel

Entsprechend dem ursprünglichen Mops ist ein altdeutscher Mops in der Regel wieder größer als herkömmliche Möpse. Mit seinen langen Beinen und seinem schlankeren Körperbau ist er um einiges agiler unterwegs. Auch sein kleines Schnäuzchen ist länger als das der bekannten Möpse mit plattem Gesicht. Die Augen des altdeutschen Mopses liegen ebenfalls wieder etwas mehr innen und sind eher mandelförmig als kugelrund.

Und auch wenn die altdeutschen Möpse generell etwas größer als herkömmliche Möpse sind, so sind sie mit einer Schulterhöhe zwischen 30 und 40 cm immer noch einer kleine, süße und treue Wegbegleiter.

Genauso wie auch der allseits bekannte Standard-Mops trägt der altdeutsche Mops seine gekringelte Rute stolz auf dem Rücken. Außerdem gibt es ihn ebenfalls in den Fellfarben beige und schwarz.

Altdeutscher Mops – Wesen und Charakter

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Foto: Liesa Neyman / Mops: Penny

Was den Mops ganz besonders auszeichnet und einzigartig macht ist sein freundliches und quirliges Wesen. Mit seinem süßen Aussehen und dem starken Charakter wird er oft als fröhlich und immer gut gelaunt beschrieben. Das ist auch beim altdeutschen Mops nicht verloren gegangen. Mit lustigen Angewohnheiten verbreitet er immer gute Stimmung und ist dabei trotzdem sehr anhänglich und verschmust.

Außerdem wird ein Mops nur sehr selten böse. Er ist sehr geduldig und dadurch auch sehr kinderlieb. Wenn diese einmal nicht so sanft mit ihm umgehen oder ihn auch mal am Ohr ziehen, bleibt ein Mops eher gelassen und liebevoll. Ein altdeutscher Mops eignet sich somit auch hervorragend für Familien mit Kindern.

Das einzige, bei dem man manchmal als Halter etwas mehr Geduld aufbringen muss, ist sein stures Köpfchen in manchen Situationen. Doch lange kann man diesem süßen Kerl nie böse sein. Außerdem ist es dem altdeutschen Mops am wichtigsten, seinen Menschen zu gefallen.

Durch seinen sportlicheren Körperbau und die längere Schnauze mit verbesserten Atemwegen ist der altdeutsche Mops außerdem ein guter Begleiter auf langen Ausflügen und Wanderungen. Er hat Power und Ausdauer und liebt es einfach, immer mit dabei sein zu können.

Und auch wenn sein Erscheinungsbild anderes vermuten lässt ist der altdeutsche Mops ein sehr schlaues und kluges Wesen, das viel Beschäftigung und Zuneigung benötigt. Er versteht zudem sehr schnell, was sein Halter von ihm möchte, reagiert sehr sensibel und aufmerksam auf Stimmungsschwankungen und passt sich entsprechend an.

Beim Training auf dem Hundeübungsplatz oder in der Hundeschule ist er genauso mit dabei wie beim ausgiebigen Schmusen auf dem Sofa.

Haltung und Pflege

haltung und pflege

Foto: JenNy Pollow

Wichtig für den altdeutschen Mops ist es, immer bei seinen Menschen sein zu können. Eine Zwingerhaltung ist also keinesfalls möglich, denn der altdeutsche Mops ist ein absoluter Familienhund.

Vor allem mit anderen Möpsen, aber auch mit Hunden anderer Rassen versteht sich der altdeutsche Mops sehr gut. Ebenso mit Katzen und anderen Tieren hat der altdeutsche Mops meist keine Probleme. Er kann somit entweder auch in einem Mehrhundehaushalt oder zusammen mit anderen Tieren in der Familie leben. Doch auch als Einzelhund eignet sich der altdeutsche Mops sehr gut, da für ihn seine Menschen im Vordergrund stehen.

Da altdeutsche Möpse sehr gesellige Tiere sind, sollte es auch vermieden werden, den Hund länger als ein paar Stunden am Tag alleine zu lassen. Bei der Überlegung, sich einen altdeutschen Mops anzuschaffen, sollte also immer geschaut werden, ob der Mops nicht mit dabei sein kann. Es gibt viele Halter, die ihren Mops mit zur Arbeit nehmen. Zum Beispiel im Büro ist ein altdeutscher Mops ein guter Begleiter, der auch den Kollegen sicherlich viel Freude bringen wird.

Jacko - Altdeutscher Mops - eine gesündere Variante Mops?

Foto: Heike Klein / Mops: Jacko



Es sollte jedoch nicht unterschätzt werden, dass ein altdeutscher Mops auch mal „seine fünf Minuten“ hat. Wie jeder andere Hund liebt er es zu toben, zu rennen und zu spielen. Es sollte also täglich immer ausreichend Zeit eingeplant werden, um seinem altdeutschen Mops lange Spaziergänge zu ermöglichen und Spieleinheiten zu schenken. Man wird aber definitiv mit viel Spaß und einem kleinen Paket Hund voll guter Laune belohnt.

Durch seine immer noch mopstypische, faltige Nase bedarf auch der altdeutsche Mops einer täglichen Pflege. Hierbei ist es wichtig, vor allem die Falten im Gesicht regelmäßig zu reinigen und sie trocken zu halten, damit sich nichts entzündet und sich keine Ekzeme bilden können.

Das kurze Fell des altdeutschen Mopses ist hingegen sehr pflegeleicht. Es lässt sich schnell und gut bürsten. Viel Schmutz bleibt an den glatten Haaren eher selten haften. Was bedacht werden muss ist, dass sich die kurzen festen Mopshaare gerne auch in Kleidern und Polstermöbeln festhängen. Hier kann es sehr mühselig sein, die Haare wieder zu entfernen. Eine regelmäßige Fellpflege, zum Beispiel mit einer Gumminoppenbürste, ist also vor allem in Zeiten des Fellwechsels durchaus zu empfehlen.



Rassetypische Krankheiten

Auch wenn der altdeutsche Mops gerade auf Grund der ungesunden Zucht des allgemein bekannten Mopses wieder in eine gesündere Richtung gezüchtet wird, können rassetypische Krankheiten auftreten. So zum Beispiel Atembeschwerden und Nasenschleimhautentzündungen. Auch Erkrankungen des Rachens und Kehlkopfes sind typisch für Hunde mit einer platteren Schnauze.

Hautkrankheiten wie Atopie (Überempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel auf Hausstaubmilbenkot, Schuppen oder Schimmelsporen), Demodikose (Milbenbefall der Haut) und Hautfalten-Dermatitis (Infektion im Bereich der Hautfalten) gehören ebenfalls zu den Krankheiten, die bei Möpsen im Allgemeinen häufiger auftreten können.

Das Risiko von Übergewicht ist bei altdeutschen Möpsen durch die sportlichere und agilere Figur bereits um einiges gemindert. Doch natürlich sollte auch hier auf eine passende Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden.

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